2007 - Versuchstierzahlen in Deutschland erneut angestiegen
von 2.518.267 Wirbeltiere im Jahr 2006 auf 2.609.483 im Jahr 2007 = 91.216 Tiere
Wie schon in den vergangenen Jahren ist der Anstieg durch den Einsatz transgener Tiere (Mäuse um 32 %) und andere Bereichen in der Grundlangenforschung zurückzuführen. Eine Zunahme der gentechnisch veränderten Tiere ist auch in anderen europäischen Staaten zu verzeichnen.
Mit 82 % sind die Nagetiere (Mäuse 61 %, Ratten 19 %, Mehrschweinchen und Hamster 2 %) weiterhin die meist verbrauchten Versuchstiere.
Anstieg einzelner Tierarten im Vergleich zu 2006:
Affen und Halbaffen von 1.851 auf 2.487
Hunde und Katzen um 700
Pferde um 1.905 auf 2.546
Die vollständige Statistik finden Sie unter
www.bmelv.de/tierversuchsdaten2007
Und was sagt die
neue Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner,
anlässlich der Veröffentlichung der Tierversuchszahlen des Jahres 2007?
„Trotz des Anstieges der Tierversuchszahlen im Jahr 2007 werden wir in unserem Bemühen nicht nachlassen, die Tierversuchszahlen in Deutschland zu senken „Hier sind nicht nur Bund und Länder in der Pflicht, sondern wir müssen bei dieser Frage gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft neue Wege gehen. Wir setzen dabei weiterhin auf die Entwicklung von Alternativmethoden“, so die Ministerin.
Eine Expertengruppe solle baldmöglichst die Zahlen des Jahres 2007 auswerten und Vorschläge entwickeln, welche weiteren Maßnahmen zur Reduzierung der Tierversuchszahlen beitragen können.
Deutschland leiste innerhalb der EU den weitaus größten Beitrag für die Entwicklung tierversuchsfreier Prüfmethoden. An einer Umfrage im Jahr 2006/2007 zur öffentlichen Forschungsförderung von Alternativen zu Tierversuchen hätten 16 europäische Staaten teilgenommen. Diese hätten insgesamt 17 Millionen Euro für die Erforschung von Alternativmethoden ausgegeben. Der größte Anteil komme mit 4,6 Millionen Euro (27 Prozent) aus Deutschland.
Sowohl das Förderprogramm zur Entwicklung von Ersatzmethoden zum Tierversuch des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als auch die Zentralstelle zur Erfassung und zur Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) nehmen eine herausragende Stellung im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten ein. Zusätzlich werde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jedes Jahr der mit 15.000 Euro dotierte „Forschungspreis zur Förderung von methodischen Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen“ ausgeschrieben. Folgende Zahlen haben die Bundesländer auf der Basis der Versuchstiermeldeverordnung an das BMELV gemeldet:
Quelle: BMELV