24.04.2010 Pressemeldung
Tierschützer fordern mit spektakulärer Aktion ein Ende von Tierversuchen
Berlin, 22. April 2010 - Mit einem spektakulären Feld aus 14 Kreuzen erinnern die Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V. an diesem Sonnabend an das Leid der Tiere, die jedes Jahr bei Tierversuchen ums Leben kommen beziehungsweise im Dienste der Wissenschaft leiden müssen. Die vom Tierschutzverein für Berlin unterstützte Aktion findet auf dem Joachimstaler Platz in Charlottenburg statt. Anlass ist der Internationale Tag der Tierversuche, der von den Tierversuchsgegnern seit 1979 mit einer mahnenden Erinnerung an das Leid von Tieren in Versuchslaboren verbunden wird.
„Mit 367 884 von insgesamt 2 692 890 Versuchstieren 2008 in Deutschland ist Berlin nach wie vor die Hauptstadt der Tierversuche. Wir wollen nun endlich Taten sehen - keine Lippenbekenntnisse! Der seit 2002 als Staatsziel verankerte Tierschutz in unserem Grundgesetz muss endlich Anwendung finden. Gesetze dürfen nicht zur Farce werden. Wir fordern die Parteien auf, sich für eine verstärkte Förderung und einen konsequenten Ausbau von Alternativen zum Tierversuch einzusetzen“, so Brigitte Jenner, Sprecherin der Tierversuchsgegner. „Gerade jetzt, wo erste gerichtliche Anhörungen zu den Affenversuchen des Hirnforschers Kreiter in Bremen stattfinden, halte ich unsere Aufklärung in der Öffentlichkeit für besonders wichtig. Ich habe 1997 solche Versuche mit Rhesusaffen in der Hirnforschung beim Max-Planck-Institut in Frankfurt/M miterlebt. Leiter der Versuchsreihen war Prof. Singer. Noch heute belastet mich der Anblick des Affen im Primatenstuhl stark. Das ist Tierquälerei, die gesetzlich verboten werden muss“, berichtet Brigitte Jenner. Auch
Dr. Kreiter hat vor seiner Tätigkeit in Bremen unter
Prof. Singer im Max-Planck-Institut Frankfurt/M gearbeitet.
Darüber hinaus wird dieses Jahr die neue
EU-Versuchstierrichtlinie verabschiedet, deren Bestimmungen die Bundesregierung anschließend durch Änderung des Tierschutzgesetzes in nationales Recht umsetzen muss. Die Verhandlungen auf EU-Ebene sind weit fortgeschritten und das Ergebnis ist schockierend.
„Das vorgesehene lasche Genehmigungsverfahren für Tierversuche ist ebenso inakzeptabel wie der Vorschlag, dass Mitgliedstaaten neuerdings keine besseren nationalen Regelungen mehr fassen können als die Mindestanforderungen der Europäischen Union", kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzvereins für Berlin und des Deutschen Tierschutzbundes. Der Tierschutzverein Berlin und der Deutsche Tierschutzbund verlangen, dass hier noch nachgebessert wird, und fordern mit der neuen Kampagne „Entwürdigt. Entstellt. Entsorgt. Tiere in Versuchen" (www.tierversuchsprotest.de) die Bundesregierung auf, dem Tierschutz bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht voll Rechnung zu tragen.
Aktions- und Fototermin:
Das Feld mit 14 Kreuzen von den Versuchstieren, die im Jahr 2008 am meisten in Versuchen eingesetzt, missbraucht und getötet wurden, soll das Ausmaß des Tierverbrauchs deutlich machen. Ein Müllsack gefüllt mit Versuchstieren wird demonstrieren, dass in unserer Wissenschaft Tiere wie Abfall entsorgt werden. Aber auch ein Ausweg wird aufgezeigt. Ein großes sich erhebendes Kreuz symbolisiert, weg vom Tierversuch - für eine tierversuchsfreie Forschung zum Wohle von Mensch und Tier.
Wo: Joachimstaler Platz in Berlin
Wann: am 24.04. von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Für eine tierversuchsfreie Forschung setzen sich viele Prominente ein. Besondere Unterstützung erhalten die Tierversuchsgegner von den Schauspielerinnen Ingrid van Bergen, Katja Riemann, Maja Maranow, Ursela Monn, der Sängerin Nicole und der Kabarettistin Lisa Fitz.
Ebenfalls unterstützend steht der Berliner Tierschutzbeauftragte Dr. Klaus Lüdcke der Presse vor Ort zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Tierschutzverein für Berlin und dem Deutschen Tierschutzbund fordern die Tierversuchsgegner, dass die Erforschung von Alternativen keine wissenschaftliche Nebenrolle mehr spielen darf, sondern dass sich Berlin zur Hauptstadt der tierversuchsfreien Forschung entwickelt.