Hirnforschung - was steckt dahinter?
Experimente erst an Ratten, dann Katzen und Affen
Jetzt auch Affenversuche an der Charité in Berlin?
Prof. Dr. Alexander Thiele will Hirnforschung an Rhesusaffen durchführen.
Sein Forschungsziel ist es, das visuelle System im Hirn von Primaten zu
erforschen. Sein Interesse gilt
u.a. der Frage, wie die einzelnen
Neuronen (Nervenzellen) zusammenarbeiten, wenn
z.B. Augenbewegungen
durchgeführt werden.
Die Affenversuche werden im sogenannten Primatenstuhl durchgeführt. Die
Tiere werden mit dem Körper am Stuhl festgeschnallt, nur die
Extremitäten sind frei beweglich. Der Kopf ist fixiert.
Wir wehren uns massiv gegen diese Affenfolter!
Wir fordern den Senat auf, diese Versuche nicht zu genehmigen!
Beschreibung eines Versuchs in der Hirnforschung mit Rhesusaffen
Die Affen gehen ohne Gewaltanwendung in den Primatenstuhl, weil ihnen
ein Schlauch vorgehalten wird, aus dem sie sich einen Tropfen
Flüssigkeit erhoffen. Sie sind sehr durstig, denn am Tag vor dem
Versuch bekommen sie sehr wenig zu trinken und am Tag selbst nichts.
Der Primatenstuhl wird in eine geschlossene dunkle Box geschoben, in
der sich ein Monitor befindet. Die Tiere müssen sich Bilder z. B. von
Obst oder Gemüse einprägen und bei Wiedererkennung eine entsprechende
Taste drücken. Drücken sie die richtige Taste, erhalten sie einen
Tropfen Saft oder Wasser. Die Affen arbeiten ununterbrochen, sie müssen
ihren Durst stillen. Dabei ist ihr Schädel so fixiert, dass sie nur die
Augen bewegen können.
Diese Prozedur müssen die Tiere mehrmals in der Woche bis zu jeweils
sechs Stunden ertragen. Eine unglaubliche Folter! Die im Schädel der
Affen implantierten Elektroden werden mit einem elektronischen
Aufzeichnungsgerät verbunden, um die Ergebnisse später auszuwerten.
Versuch im Max-Planck-Institut
Menschen, die sich freiwillig am Kopf fixieren ließen, baten nach 20
Minuten darum, befreit zu werden, weil sie diese Situation nicht länger
ertragen konnten. Die Tiere aber werden bis zu sechs Stunden dazu
gezwungen.
Die Öffnung der Schädeldecke zum Einsetzen der Elektroden und
Steckkontakte ist für die Affen mit erheblichen Schmerzen verbunden.
Die stundenlange Fixierung des Kopfes und die Unterbringung in kleinen
Käfigen ist für die in Sozialgruppen lebenden, sehr bewegungsfreudigen
Tiere schwerste Quälerei.
Bei den unzähligen Funktionen des Gehirns ist diese Forschung endlos!
Eine ethische Vertretbarkeit, die das deutsche
Tierschutzgesetz bei der Durchführung von Tierversuchen fordert, kann
bei solchen und anderen Experimenten nicht gegeben sein. Ein
Erkenntnisgewinn kann niemals so groß sein, dass er rechtfertigt,
Tieren bewußt Leiden und Schäden zuzufügen.