Tierversuche ersetzen –
das Ziel von
Dr. Nagel und
Dr. Grosse-Siestrup - Wissenschaftler der Charitè Berlin
Organperfusion eine viel versprechende Alternative
Organe von getöteten Tieren,
z. B. aus Schlachthöfen, können angeschlossen an Apparaturen, mit menschlichem Blut durchströmt werden und somit ihre natürliche Funktion erfüllen.
Verwendbar sind: Extremitäten, Haut, Leber, Niere, Lunge, Herz, Magen, Augen Pankreas, Darm und Plazenta. Die Organe erreichen ihre volle Einsatzfähigkeit.
In folgenden Bereichen können diese Alternativen eingesetzt werden:
- in der biomedizinische Grundlagenforschung
- hier für die Organphysiologie
- in der angewandten biomedizinischen Forschung
- zur Organkonservierung
- um Abstossungsreaktionen zu testen
- als vorübergehenden Organersatz
- als experimentelle Intervention und Bildgebung
- für pharmakologische und toxikologische Untersuchungen
- für eine Bioverfügbarkeit
- um Veränderungen im Stoffwechsel zu bestimmen, hierbei ist der Vorteil, dass die Untersuchungen auf das jeweilige Gewebe oder Orghan beschränkt werden können
- zum Prüfen der Giftigkeit von Stoffen
Beispiele aus der praktischen Arbeit
1. Extremitäten der Haut
Hergestellt werden können:
- Hautzellen zur Behandlung von Verbrennungen
- Hautzellen zur Testung für Kosmetika
- Pigmentzellen zur Behandlung der Weißzellen-Krankheit
- Gefäßprothesen
- Knorpelzellen zur Vermehrung in der Kultur zur Behandlung von Oesteroporose
- Knochen und Knochenhaut
Routinemäßig werden bereits seit einem Jahr in Zahnarztpraxen Knochen für Zahnimpantate eingesetzt. Der Knochen wächst ohne Abstoßung in den Kiefer ein.
Arthritis kann durch das in vitro Model (im Reagenzglas) erforscht und behandelt werden.
2.Niere
Substanzen können in diesem Apparat getestet werden. Wichtig für Versuche in der Arzneimittelforschung.
3. Herz
Ein EKG kann simuliert werden am isolierten Herzen
4. Leber
Zur Prüfung von Umweltschäden
und in der Arzneimittelforschung
5.Lunge
Mit diesem Modell kann die die Gesamtleistung der Lunge und der Gaswechsel erforscht werden.
Diese wenigen Beispiele zeigen, wie die Organperfusion in der Praxis eingestetzt werden kann. Die Wissenschaftler berichteten, dass durch den Einsatz von Schweineorganen, Affenversuche reduziert und teilweise auch ersetzt werden konnten.
Auf der Tagung „Tierschutz in der biomedizi-
nischen Forschung“ im Mai 2003 hatte
Dr. Große-Siestrup diese Alternative zu vielen Tierversuchen den Teilnehmern _ vorwiegend Wissenschaftlen - vorgestellt.
Ich möchte mich zu dieser Alternative als Tierschützerin und Tierversuchsgegnerin äußern. Teile von Tieren werden weiterhin dazu benötigt. Doch diese Tiere werden gezüchtet und geschlachtet, weil die Menschen ihr Fleisch essen wollen, nicht, weil sie zu wissenschaftlichen Zwecken benötigt werden. Ich bin überzeugt davon, dass der wissenschaftliche Fortschritt eher auf den Einsatz von Tierorganen verzichten kann, als die Menschheit auf das Essen von Fleisch. Vorher denke ich, ist diese Alternative begrüßenswert und kann nur in unserem Sinne sein, weil das Arbeiten mit lebenden Tieren dadurch erheblich eingeschränkt werden kann.
Brigitte Jenner